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Wir schreiben das Jahr 2002. Alle fahren gerne zum LUG Camp...

... nur eine LUG im Norden leistet Widerstand gegen diese ständigen Reisen in den Süden. Sie organisieren das erste LUG Camp in Flensburg und drehen den Spieß damit um.

 

Vom 17. bis 20. Mai 2002 fand in Flensburg das LUG Camp 2002 statt.

 

Zum diesjährigen Camp reisten insgesamt 118 Teilnehmer aus 19 verschiedenen LUG's sowie eine Menge Linux-Fans ohne LUG-Mitgliedschaft aus Deutschland, der Schweiz und aus Dänemark an.

 

Nachdem 2 Teilnehmer das Camp für sich selbst schon 24 Stunden früher als geplant eröffneten und damit die Ausrichter ziemlich überraschten (Hallo Nick, hallo Ossi), startete es am Freitag mit der Anreise des Großteils der Teilnehmer. Abholen vom Bahnhof, Aufbau des Netzwerks, Anschluß ans Internet und zu Beginn völlig chaotische Verhältnisse bei der Stromverkabelung, welche zu reichlich Stromausfällen führten, füllten den Freitag aus. Dazu kam natürlich das große "Hallo", da viele Teilnehmer sich bereits von den vorhergehenden Camps und von anderen Veranstaltungen kannten.

 

4 Tage lang fanden Vorträge und Workshops statt, obwohl einiges von dem, was ursprünglich geplant war durch Absagen der Durchführenden leider ausfiel. Was dann aber stattfand, stiess auf reges Interesse bei den meisten Teilnehmern. Ob es um die unzähligen Möglichkeiten von Vi ging oder darum, WLAN-Access Points per Software zu realisieren: Die Vortragenden fanden immer ein interessiertes Publikum. Selbst spontane Ausführungen zu Multimedia unter Linux nachts um 3 fanden noch reichlich Zuschauer!

 

Sven Guckes aus Berlin und Christian Hahn aus Kiel demonstrierten z.B. gemeinsam, welche Möglichkeiten das Konsolen-Tool "screen" bietet. Aufbauend auf dem Bericht von Heike Jurzik aus dem Linux-Magazin 1/2001 und eigenen Erfahrungen zauberten die Beiden auf der Konsole derart rum, dass einige Zuschauer mit dem Nachvollziehen auf dem eigenen Rechner fast nicht hinterherkamen. Aufrufen der verschiedenen screens, Statusanzeigen und auch der Datenaustausch zwischen den einzelnen Sessions waren für die Teilnehmer anschliessend kein Geheimnis mehr.

 

Als Sven dann loslegte und zeigte, was für Möglichkeiten der Editor Vi bietet, wenn man einmal damit umzugehen weiss und ihn richtig konfigriert hat, da merkten einige Teilnehmer erst, daß es nicht immer eine grafische Oberfläche sein muss, um dem Nutzer Komfort bei der Arbeit am PC zu bieten.

 

Dank der ständig sinkenden Preise für die notwendige Hardware war eine ganze Reihe der Camp-Teilnehmer mit WLAN-Netzwerkkarten an das LAN angeschlossen. Einen sicherlich nicht nur für diese Teilnehmer sehr interessanten Vortrag hielten Hans Freitag und Jens Kühnel von der LUG Kassel bzw. Frankfurt. Sie zeigten, wie es möglich ist, mit einer WLAN-Karte und entsprechender Software einen Access Point für Netzwerke auf Funkbasis zu realisieren. Vielleicht war das für einige Teilnehmer etwas zu technisch, aber der ein oder andere wird nun sicherlich versuchen, dieses Projekt jetzt nach dem Camp zuhause für sich nachzuvollziehen.

 

Nachts um drei Uhr war dann wohl die richtige Zeit für Stefan Nickl, um etwas über die Umwandlung von MPEG2-AV-Streams von DVD oder DVB nach MPEG4 mit Hilfe von mplayer/mencoder bzw. dem dafür verfügbaren ffmpeg-MPEG4/DivX5-Codec zu erzählen. Trotz der späten Uhrzeit stiess auch dieser Vortrag auf starkes Interesse, demonstrierte er doch, daß mittlerweile auch für Linux Multimedia kein Fremdwort mehr ist.

 

Daneben gab es natürlich immer wieder reichlich Spaß, Spiele und selbst "Schwertgefechte" und "Laser-Duelle" wurden von LARP-Fans durchgeführt. Vermisst wurde von vielen Teilnehmern allerdings der Auftritt leichtbekleideter Damen, schliesslich trat doch die Beate Uhse New Media AG als Sponsor auf. Tja, da wurden alle wohl ein wenig enttäuscht, denn von dem Unternehmen wurde zwar die notwendige Hardware für das Netzwerk, nicht aber Dinge aus der Produktpalette und erst recht keine "Mädels" zur Verfügung gestellt...

 

Das während des Camps insgesamt sehr wenig geschlafen wurde (und wenn, dann vielleicht mal ein Stündchen mit dem Kopf auf der Tastatur), versteht sich eigentlich fast von selbst schliesslich will man das kurze Wochenende voll auskosten. Somit konnte über die Webcam, die jede Minute ein aktuelles Bild ins Internet schickte, rund um die Uhr Action in der Halle beobachtet werden. Das Flensburger Kommunikationsunternehmen KOMTEL hatte der ausrichtenden LUG Flensburg e.V. für das diesjährige Camp immerhin eine 1 Mbit/s DSL-Leitung gesponsort. Somit waren Downloads und Email mit aureichender Bandbreite für alle Teilnehmer sichergestellt.

 

Als Router wurde dabei übrigens FLI4L auf einem kleinen 486er eingesetzt, welches seine Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte. Nachdem die gröbsten, natürlich selbstproduzierten Konfigurationsfehler (man sollte das LAN vielleicht doch nicht durch den Proxy schicken) beseitigt waren, flutschten die Daten nur so durch die Leitung.

 

Der sonnige Freitag wurde von einer Vielzahl der Teilnehmer auch dazu genutzt, um sich die Innenstadt von Flensburg anzuschauen. Bei den Erlebnisberichten hinterher erfuhren die Flensburger dann endlich, daß sie nicht wie jahrhundertelang falsch vermittelt an der Ost-, sondern an der Nordsee leben würden. Jedenfalls berichteten einige der Teilnehmer übereinstimmend, sie hätten sich die Nordsee angesehen! Naja, für einen Allgäuer ist Wasser wohl einfach Wasser. Jedenfalls haben wir hinterher gemeinsam herzhaft gelacht!

 

Am Samstag Nachmittag wurde dann erstmalig im Rahmen eines LUG Camps ein „Tag der offenen Tür“ durchgeführt, bei dem Besuchern die Möglichkeit geboten wurde, sich bei denen, die Linux quasi leben, über die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Linux zu informieren.

 

Leider war das Wetter an diesem Wochenende in Flensburg einfach zu gut, so daß sich trotz Vorankündigung in der lokalen Presse nur 20 bis 30 Besucher zum Camp verirrten. Aber diejenigen, die da waren, zeigten sich sehr interessiert und wurden von den LUG Camp-Teilnehmern engagiert und kompetent informiert! Aufgefallen ist dabei allerdings, daß es vorrangig ältere Besucher in der Altersklasse von 50 bis 70 Jahre waren!

 

Das war für alle ziemlich überraschend, erwartet man doch eigentlich, daß sich gerade Jüngere eher mit Linux befassen. Darauf angesprochen sagte einer der Besucher ¯Ich habe jetzt als Rentner so viel Zeit, die kann ich dann auch sinnvoll nutzen, und daß, was ich hier und heute sehen konnte, wirkte ziemlich überzeugend auf mich“.

 

Auf jeden Fall läßt sich im Nachhinein feststellen, daß die jeweils das LUG Camp ausrichtende LUG solch einen Tag der offenen Tür nach Möglichkeit immer mit anbieten sollte, denn nach der Erfahrung in diesem Jahr kann gesagt werden, dass sich eine bessere Gelegenheit zur Werbung für Linux und für die Linux-Fans selbst selten bieten wird. Auf die LUG Flensburg e.V. wird in der nächsten Zeit sicherlich eine Menge Arbeit zukommen, denn viele Besucher sagten fest zu, sich bei den nächsten Treffen sehen und weiter informieren zu lassen.

 

Auf grosses Interesse stiess bei vielen Besuchern übrigens auch Nick Sutterer's Projekt "Drink & Track". Nick's Programm verzeichnet sämtliche eingenommenen Drinks in einer Datenbank und meldet sich automatisch z.B. per Email, wenn eine bestimmte Promille-Grenze über- oder unterschritten wird. . Nick's Motto: "Never drink unregistered beer" wird sicherlich noch bei einigen Veranstaltungen ähnlicher Art für Furore sorgen!

 

Ganz nebenbei stellte Christian Haas von der LUG Allgäu am Sonntag übrigens noch seine Idee einer LUG Deutschland vor. An der folgenden Diskussion beteiligten sich eine Menge Teilnehmer. Es gabt eine Vielzahl von Argumenten dafür und dagegen - viele waren der Meinung, daß ein Dachverband dieser Art für LUG's eigentlich nicht notwendig sei, da es schon einige Organisationen gibt, die diese Aufgabe erfüllen möchten. Andere finden ihre Interessen bzw. die ihrer LUG hier jedoch nicht oder nicht ausreichend vertreten. Da diese Diskussion während des Camps natürlich nicht abgeschlossen werden konnte, auch weil sich leider nicht Mitglieder aller LUG's in Deutschland zum Camp eingefunden hatten, wurde von der LUG Allgäu die Möglichkeit angeboten, sich zu diesem Thema über eine Mailingliste auszutauschen. Wer an diesem Thema Interesse hat und sich an der Diskussion zur LUG Deutschland beteiligen möchte, der kann sich unter dem Link https://www.luga.de/mailman/listinfo/lug-de in die Liste eintragen.

 

Darüber hinaus wurde eine weitere Mailingliste eingerichtet, welche zukünftig über aktuelle Termine und Veranstaltungen zum Thema Linux informieren soll: Unter http://groups.yahoo.com/group/linux-events kann man sich eintragen, wenn man aktuell informiert werden oder selbst informieren will.

 

Wie eigentlich immer, wurden auch bei diesem LUG Camp einige Preise verliehen, so erhielt z.B. die LUG Wuppertal den Preis für die mit 11 Teilnehmern stärkste angereiste LUG und Sven Guckes den Preis für den aktivsten Vortragenden, eine Lizenz für VMware Workstation für Linux.

 

Ausserdem wurde ein Sonderpreis für den "Spontansten Entschluß", auf Linux umzusteigen“ an die Mitarbeiterin eines der Sponsoren verliehen, die sich das Camp eigentlich nur "mal schnell ansehen" wollte und welche eine überzeugte Windows-Nutzerin war. Nachdem die Bluefrogs aus Bergisch-Gladbach und die LUG Schwabach sich "um sie gekümmert" hatten, holte sie ihren Rechner, rüstete auf Linux um und machte den Rest des LUG Camps mit!

 

Wie immer bei solchen Events gingen die Tage natürlich viel zu schnell vorbei, aber nun freuen sich alle schon auf das LUG Camp 2003, welches von der LUG Switzerland - welche die LUG mit dem längsten Anfahrtsweg war - in der Schweiz ausgerichtet wird. Genaueres dazu wird aber noch bekanntgeben, sobald es definitiv feststeht.

 

Die LUG Flensburg e.V. bedankt sich bei allen Teilnehmern auch auf diesem Wege noch einmal für die tolle Zeit! Ein LUG Camp kann nur so gut sein, wie die Teilnehmer, die der ganzen Geschichte ein Gesicht geben und ihr wart verdammt gut!

 

Also: Bis spätestens zum nächsten Jahr in der Schweiz!