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LUG Camp 2007 oder: Der 2. Versuch

 

Was soll das denn? Der zweite Versuch? Versuch von was? Das wird sich der ein oder andere bei diesem Titel vielleicht fragen. Die Erkl├Ąrung hierf├╝r ist aber ganz einfach:

 

Nach 2003 in Felsberg sollte diesmal in Interlaken im Berner Oberland in der Schweiz das zweite von der LUG Switzerland ausgerichtete LUG Camp stattfinden und wir von der LUG Flensburg e.V. wollten nach dem „Horrortrip“ 2003 erneut mit der Bahn die Reise dorthin unternehmen.

 

Mutig wie man uns nunmal kennt hatten wir bereits Ende 2006 unsere Tickets f├╝r den Nachtzug in die Schweiz gebucht. Nachdem wir 2003 mit einigen Stunden Versp├Ątung eintrafen, wollten wir dieses Mal das LUG Camp von Anfang an erleben.

Treffpunkt Bahnhof Flensubrg

Die sehr freundliche Gruppenreise-Betreuerin der Deutschen Bahn AG aus Hamburg hatte uns dabei im Vorfeld richtig Hoffnung gemacht. Sie hatte unseren damaligen Bericht gelesen und versprach uns, dass wir Derartiges nie wieder erleben w├╝rden! Selbst ihre Handynummer hat sie uns gegeben, damit wir im Falle eines Problems sofort h├Ątten Kontakt zu ihr aufnehmen k├Ânnen. Aber sie sollte tats├Ąchlich Recht behalten: Auf der Hinfahrt hatten wir nur 2 Minuten, auf der R├╝ckfahrt ├╝berhaupt keine Versp├Ątung! Sie hat also Wort gehalten und wir haben die Bahn einmal von einer ganz anderen Seite erlebt.

 

Ok, wer waren wir denn ├╝berhaupt? Zu 11 Mitgliedern der LUG Flensburg e.V. hatten sich noch 5 aus der LUG Norderstedt e.V. gesellt, die Dank vorheriger Absprache mit uns gemeinsam diese lange Gruppenreise in die Schweiz antraten.

 

Soviel zur Bahnfahrt. Sie verlief, von lauten Schnarchern im Schlafwagen abgesehen, sehr positiv und damit wollen wir es auch dabei bewenden lassen...

 

schneebedeckte 4000er Gipfel

Berichten wir lieber vom LUG Camp 2007 selbst. Wie bereits erw├Ąhnt, fand es in diesem Jahr in der Schweiz statt, genau gesagt in Interlaken, das ist ein realtiv kleine „Touristenfalle“ in deren unmittelbarer Umgebung man einige verdammt hohe L├Ąrmschutzw├Ąlle aufgebaut hatte. Und diese verr├╝ckten Schweizer haben diesen „W├Ąllen“ sogar Namen gegeben: Einer hiess „Eiger“, einer „M├Ânch“ und ein weiterer „Jungfrau“. Diese 3 haben eines gemeinsam: Sie sind alle um und bei 4000 Meter hoch und dauerhaft schneebedeckt.

 

Als „L├Ąmschutz“ dann doch etwas ├╝bertrieben, aber auf den Punkt gebracht heisst das nichts anderes, als dass die Landschaft, in der das diesj├Ąhrige LUG Camp stattfand, einmal mehr wundersch├Ân und speziell f├╝r uns Nordlichter sehr beeindruckend war.

Die LUG Switzerland, die offiziell der Ausrichter des Camps 2007 war, hat laut eigener Website ├╝ber 300 Mitglieder. Diese haben die LUG Camper allerdings nicht kennenlernen d├╝rfen oder besser gesagt zumindest nur einige wenige davon, denn das Orga-Team reduzierte sich leider auf eine Handvoll LUGS-Mitglieder, die alles allein organisieren mussten. Diese – leider – sehr schwache Unterst├╝tzung durch ihre eigene LUG ist vielleicht auch einer der Gr├╝nde daf├╝r, dass in diesem Jahr einiges anders war als sonst:

 

├ťblicherweise ist f├╝r die Camp-Teilnehmer mit der Bezahlung der Teilnahmegeb├╝hr die Verpflegung inklusive. Das war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht so. Es wurde neben dem t├Ąglichen Fr├╝hst├╝ck und der mittlerweile ebenfalls ├╝blichen „Kaffeeflatrate“ lediglich eine „Grillkohle-Flatrate“ realisiert, d.h. wer wollte, der konnte selbst mitgebrachtes Fleisch jederzeit auf den Grill legen. Das war f├╝r viele „alte LUG Camp-Hasen“ sehr gew├Âhnungsbed├╝rftig und warf f├╝r den ein oder anderen Teilnehmer auch logistische Probleme auf, die im Vorfeld des Camp schon reichlich und teilweise heftig via IRC und Mailingliste diskutiert wurden. Trotzdem ist nat├╝rlich auch bei diesem LUG Camp niemand verhungert.

Vielleicht auch bedingt durch die recht sp├Ąte Anmeldem├Âglichkeit nahmen in diesem Jahr „nur“ knapp 110 Linux-Fans am LUG Camp 2007 teil. Diese konnten am Donnerstag dann auch gleich die diesj├Ąhrige Location bewundern: Die LUGS hatte f├╝r das Camp ein – nat├╝rlich und gl├╝cklicherweise nicht geflutetes – Trockendock einer Werft organisiert. Das war dann tats├Ąchlich etwas ganz Aussergew├Ânhliches und hatte trotz sehr viel Beton irgendwie echt Stil.

 

Das Trockendock der Werft in Interlaken

Bedingt durch das nass-kalte Wetter der Tage zuvor und durch das wirklich ├╝ble Wetter an diesem ersten Camp-Tag wurde es jedoch in dieser Halle allerdings weder richtig warm noch richtig trocken, die aktive Wasserk├╝hlung durch den Fluss Aare, der direkt hinter einem ca. 1 Meter dicken Stahltor vorbei floss, sorgte ebenfalls daf├╝r, dass die Temperaturen im Dock deutlich im Keller blieben. Tja, und da mittlerweile immer mehr LUG Camper mit Laptop statt mit einem „echten“ PC anreisen, konnte auch das permanente Hochjagen der CPU-Last durch Kernel kompilieren etc. leider recht wenig an den Temperaturen ├Ąndern.

Schuhe trocknen - mit F├Ân!

Da der f├╝r die Camper vorgesehen Zeltplatz dar├╝berhinaus zwar nur 200 Meter Luftlinie aber dummerweise ca. 1 km Fussweb von der Halle entfernt und noch dazu – zumindest anfangs – eine echte Schlammw├╝ste war, konnten und mussten die Teilnehmer einmal mehr beweisen, wie einfallsreich sie sind: Da wurde versucht, die vom Zeltaufbau v├Âllig durchn├Ąssten Socken und Schuhe mittels Haarf├Âhn zu trocknen und Schlafs├Ącke wurden statt ins Zelt ├╝ber die Schultern gelegt, w├Ąhrend man am Rechner sass.

 

Zum Gl├╝ck war das Wetter aber nur am ersten Tag so bescheiden, ab Freitag war dann richtig viel Sonne angesagt und vieles spielte sich dann nicht mehr im Trockendock am PC sondern direkt vor der Halle statt, sicherlich auch weil viele der Teilnehmer sich von der Sonne erst einmal richtig durchw├Ąrmen lassen wollten.

 

Das "Allg├Ąuer-K├Ąs-Spatzen"-Kommando im Einsatz

Apropos Sonne: Die schien nat├╝rlich auch w├Ąhrend der organisierten Ausfl├╝ge, die von den Schweizern dazu genutzt wurden, um der LUG Camp-Gemeinde die fantastische Landschaft des Berner Oberlandes n├Ąher zu bringen. Dieses Angebot wurde auch von sehr vielen Teilnehmern genutzt und als sie am Freitag dann von der mehrst├╝ndigen Bergwanderung zur├╝ckkamen, da hatten gl├╝cklicherweise einige Mitglieder der LUG Allg├Ąu bereits Unmengen an Allg├Ąuer K├Ąsesp├Ątzle, liebevoll „K├Ąsspatzen“ genannt, vorbereitet, die dann auch mit Heisshunger verschlungen wurden. Genau wie der beliebte "Plop" k├Ânnten sich diese Sattmacher zu einem absoluten Camp-Renner entwickeln!

 

Dass es aber auch bei diesem LUG Camp nicht nur Ausfl├╝ge und K├Ąsspatzen gab, versteht sich von selbst: Nat├╝rlich war wieder ein - diesmal allerdings ├╝berschaubares – Vortragsprogramm, z. B. ├╝ber den Vergleich von Virtualisierungssystemen oder auch ├╝ber Kreativit├Ątstechniken vorhanden und selbstverst├Ąndlich gab es auch wieder die mittern├Ąchtlichen Karaoke-Einlagen, die sich in den letzten Jahren als fester Bestandteil der LUG Camps etabliert haben.

 

Schade ist es allerdings, dass man es, aus welchen Gr├╝nden auch immer, in diesem Jahr erstmalig nicht geschafft hat, alle Teilnehmer f├╝r ein Gruppenfoto zusammen zu rufen. Gerade mit dem herrlichen Alpenpanorama als Hintergrund w├Ąre das sicherlich ein tolles Foto geworden. Aber die wenigen Organisatoren waren wohl zu ├╝berlastet, um sich auch darum noch zu k├╝mmern. Und als der „harte Kern“ der LUG Camper bemerkt hatte, dass dieser Programmpunkt wohl ├╝bersehen worden war, da war es schon zu sp├Ąt daf├╝r, denn einige Teilnehmer mussten leider schon sehr fr├╝h wieder abreisen.

Fazit

Als Fazit kann festgestellt werden, dass auch das LUG Camp 2007 wieder eine Erfahrung war, die jeder von uns gerne gemacht hat und nat├╝rlich ging auch dieses LUG Camp wieder viel zu schnell zuende. Es zeigte sich aber auch ganz klar, dass zur Ausrichtung eines LUG Camps nicht nur eine brauchbare Location geh├Ârt, sondern auch eine LUG, die mit viel Engagement und reichlich Einsatz ihrer Mitglieder das Camp organisiert und durchf├╝hrt.

 

Wenn aber wie in diesem Jahr geschehen, das Orgateam jedoch w├Ąhrend des Camps von der eigenen LUG im Stich gelassen wird, dann kann dies zu einer Menge Problemen f├╝hren und das ist dann weder f├╝r die Teilnehmer noch f├╝r die Organisatoren angenehm.

 

Sei's drum: Wir Flensburger freuen uns bereits jetzt sehr darauf, dass wir im n├Ąchsten Jahr das LUG Camp ausrichten d├╝rfen und das bereits zum dritten Mal. Hoffentlich sind dann alle, die in diesem Jahr mitgemacht haben, ebenfalls wieder mit von der Partie und noch mehr w├╝rden wir uns freuen, wenn dann auch wieder einige neue Teilnehmer und neue LUGs zum Kennenlernen dabei sind!

 

Die Location 2007

Nat├╝rlich wurde auch in diesem Jahr wieder ein Motiv-Bild zur LUG Camp-Location erstellt. Was bietet sich bei einem Trockendock besser an, als es einfach mal nass werden zu lassen ;)

Das "Trockendock" in Interlaken